Wolfgang Scheele
Home Of The Beauties

 

 

 

               

                                       Song: Colore Pictures By Wolfgang Scheele                      

                                             

Gitarre und Bass Novemberausgabe 2012:

 

 

          

 

Tip Berlin Dezemberausgabe 2012:

 

 

 

CD Besprechung  "Home Of The Beauties"  von Mike Kempf

 

Home Of The Beauties


 


Review vom 28.12.2014

 

Mike Kempf

 

 

 

Wolfgang Scheele - Blues Rock, 'made in Berlin'. Es müsste mir als waschechtem Berliner schon fast peinlich sein, dass ich meinen 'Landsmann' erst in diesem Jahr entdeckt habe. So geschehen am 4. Oktober, als ich mich mit meinem Kollegen Boris entschloss in der ufa-Fabrik einem Konzert von Billy Crize beizuwohnen. Dabei fiel mir neben der Sängerin auch noch ihr Gitarrist Scheele auf, der an diesem Abend seine Blues-Wurzeln nicht verbergen konnte und mit einigen Soli zu beeindrucken wusste. Auch wenn er für mich bis vor kurzem ein unbeschriebenes Blatt war, hat er aufgrund seiner langjährigen Karriere einen ordentlichen Steckbrief vorzuweisen. So sorgte er unter u. a. 2009 für ein ausverkauftes Quasimodo, Berlins erste Adresse in Sachen Blues Rock.

Nun liegt mir mit "Home Of The Beauties" sein aktuelles Werk vor, das zehn Songs offenbart und sich, wie zu erwarten, im Blues Rock-Segment bewegt. Dabei gehört er zu den Klampfern, deren Spiel nicht in sinnloses Gefrickel ausartet, sondern eher zielgerichtet platziert ist. Seinen Gesang erachte ich als ordentlich, doch wenn er, wie zum Beispiel bei "Anonymity" Lui Cross oder, bei "Unforgotten Words", Billy Crize ans Gesangsmikro lässt, bekommen die Songs noch den gewissen Extrakick. Dabei sei erwähnt, dass die Damen über außergewöhnlich gute Stimmbänder verfügen. Ihre Stimmen bestechen mit ungeschönten, leicht aneckenden und keinesfalls steril wirkenden Textvorträgen. Mister Scheele, die beiden Rockröhren dürfen nach meinem Befürworten künftig ruhig längere Einsatzzeiten bekommen.

Mit "Mistakes" hat der Berliner einen wahren Ohrwurm kreiert! Das Teil groovt dermaßen aus den Boxen, brilliert mit eingängigem Rhythmus und verlangt, schon allein aus diesem Grund, die Tanzbeine zu schwingen. Zum Ende haut Scheele noch ein knackiges Solo in die Waagschale, um dem Song entsprechenden Glanz zu verleihen und ihn perfekt in Szene zu setzen. "Dusty Trail", eine sehr schöne Ballade, das kurzweilige "My Driver", der Titeltrack "Home Of The Beauties" und der Finalsong "Unforgotten Words" kann ich als weitere Hörproben empfehlen. Vor allem Frau Crize verleiht "Unforgotten Words" durch ihre soulige Stimme genau den Reizpunkt, um den Song interessant klingen zu lassen.

Letztlich ist es Wolfgang Scheele, der nicht nur alle Lieder des Albums selbst entworfen hat, sondern im Verbund mit seiner Gitarrenkunst ganz klar im Mittelpunkt von "Home Of The Beauties" steht. Allerdings hat er auch das Glück, auf so erstklassige Rhythmiker wie die Bassisten Stephan Hüwe und Tobias Kabiersch, die Tastenspezis Ernst-Hellmut Wagemann, Sascha Magister und Stephan Kunz, sowie die Schlagzeuger Jan-Hendrik Friedhoff, Andrew McGuinnes und Max Bendel zurückgreifen zu können. Sind sie es doch, die es Scheele erlauben, sich völlig sorgenfrei seinem Saitengezupfe und Gesangseinlagen zu widmen.

Fazit: Ein Reinhören in "Home Of The Beauties" ist das Mindeste, was ich unserer Leserschaft anraten möchte. Doch im Prinzip kann man mit dem 'blinden' Erwerb des Albums nichts verkehrt machen. Grundsolider Blues Rock, gespickt mit zahlreichen, aber nie ausufernden Gitarrensoli, mit zwei Gastsängerinnen, die es in sich haben, und "Mistakes" sind alle Voraussetzungen geschaffen, um sich die Platte zuzulegen. Und doch weiß ich, wie Scheeles aktuelles Werk noch zu toppen ist: indem man ihn und seine Band live erlebt, denn hier kommt der Konsument meist noch in den Genuss von Hendrix-Klassikern, die er durch seine eigene Interpretation zum unvergesslichen Erlebnis werden lässt. Sei es wie es sei, Wolfgang Scheele behalte ich weiterhin fest im Visier. Sein Album kann man direkt auf seiner Homepage bestellen oder ab Januar 2015 auf allen bekannten Portalen als Download erwerben.

Line-up:
Wolfgang Scheele (vocals, guitar)
Stephan Hüwe (bass)
Tobias Kabiersch (bass)
Jan-Hendrik Friedhoff (drums)
Andrew McGuinness (drums)
Max Bendel (drums)
Ernst-Hellmut Wagemann (organ, Rhodes)
Sascha Magister (organ, Rhodes)
Stephan Kunz (organ, Rhodes)
Charlotte de Haas(vocals - Track 6)
Lui Cross (vocals - Track 8)
Billy Crize (vocals - Track 10)

 

 

 

                                 

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